ILSE* Lörrach 🌈

Initiative Regenbogenfamilien

Kategorie: Allgemein

  • Regenbogenfamilien-konferenz 🌈 Mannheim 2026 – ILSE* Lörrach

    Regenbogenfamilien-konferenz 🌈 Mannheim 2026 – ILSE* Lörrach

    Dieses Jahr fand die Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim statt. Wir waren dabei!

    Die Regenbogenfamilienkonferenz fand in einer Jugendherberge, nicht weit vom Bahnhof entfernt, statt. Dank super, mit Bildern vorbereiteter, Wegbeschreibung haben wir diese auch schnell gefunden.

    Empfangen wurden wir sehr herzlich und dank dem gut organisierten Team haben wir uns schnell angemeldet und den Zugang zu unseren Zimmern bekommen.

    Auch an ILSE* Gruppen mangelte es nicht. Vertreten waren z.B.

    • ILSE* Freiburg
    • ILSE* Ulm/Neu-Ulm
    • ILSE* Aalen/Ostalb

    Nach einer kurzen Pause konnten wir bereits die ersten Kontakte mit anderen Familien knüpfen. Beim gemeinsamen Abendessen haben wir eine Idee davon bekommen, wie viele unterschiedliche Familien doch vor Ort waren.

    Flaggen verschiedener Identitäten.

    Am Samstag sind wir nach dem Frühstück direkt in die ersten Workshops gestartet. Hier gab es eine sehr große Auswahl an verschiedenen Themen. Zum Beispiel:

    • Regenbogenfamilien in der Presse
    • Queere und schwule Väter
    • TINA* Familien
    • Diblings
    • Eltern werden Paar bleiben
    • große Fragen kleine Ohren
    • erste Hilfe Kurs für Familien
    • Kinderbetreuung inkl. Zirkusprojekt
    • und viele mehr …

    Die Regenbogenfamilienkonferenz hat uns eine sehr gute Möglichkeit zum Austausch mit anderen Familien gegeben. Gerade als queere Familie hat man Themen, die im Alltag weniger Raum finden und hier genau richtig waren.

    Logo LSVD - Verband Queere Vielfalt Baden Württemberg

    Ein großer Dank geht an den LSVD+ Baden-Württemberg, den Sponsoren und dem ehrenamtlichen Team vor Ort, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben!

  • Kind ist da, Geburtsurkunde ist falsch …

    Viele Regenbogenfamilien haben Hindernisse auf dem Weg zur rechtlichen Anerkennung, sei es das diskriminierende Verfahren der Stiefkind-Adoption oder die fehlende Gleichstellung von Mehrelternschaft. Auch trans*-Personen hatten unter dem Transsexuellen-Gesetz (TSG) lange keine Möglichkeit, mit korrektem Namen und Geschlechtseintrag in die Geburtsurkunde ihrer Kinder eingetragen zu werden. Seit 2024 ist das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) in Kraft, dieses stärkt die Rechte von trans*-Personen, auch was das Thema Elternschaft angeht.

    Wir (ein trans-Mann und ein cis-Mann) haben seit kurzem das Glück Eltern eines wunderbaren Kindes zu sein. Aufgrund unserer körperlichen Gegebenheiten haben wir uns für den Weg zum biologischen Kind entschieden. Während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett haben wir größtenteils positive Erfahrungen gemacht. Die Reaktionen sind meist überrascht, aber grundlegend aufgeschlossen und neugierig.

    Natürlich haben wir uns auch im Vorhinein mit der rechtlichen Situation unserer Elternschaft auseinandergesetzt. Wir waren der Auffassung, dass wir die Bezeichnung “Elternteil” für uns beantragen müssen, aber ansonsten keine Hürden auf dem Weg zu einer korrekten Geburtsurkunde hätten. Umso überraschter waren wir, als es dann doch zu Schwierigkeiten kam: 

    Nachdem wir über einen längeren Zeitraum keine Geburtsurkunde erhalten hatten, haben wir beim Standesamt Lörrach nachgefragt. Hier wurde uns nun mitgeteilt, dass es Unsicherheiten gibt, wie in unserem Fall die Eintragung erfolgen soll. Nach einigem Hin und Her war es dann beschlossene Sache: Auf der Geburtsurkunde steht nicht der aktuelle (rechtlich geltende) Name, sondern der alte Name (umgangssprachlich “Dead-Name”, der vorherige, „tote“ Name einer trans*-Person). Immerhin die Bezeichnung “Elternteil” wurde uns angeboten. Die Begründung des Standesamts: 2018 gab es ein Gerichtsurteil, das festlegt, dass der alte Name in der Geburtsurkunde des Kindes verwendet werden muss, da dies der damaligen Rechtslage (TSG) entsprach.

    Seitdem hatten wir Kontakt mit verschiedenen Personen, die eine Vornamens- und Personenstandsänderung hinter sich haben und Eltern geworden sind. In allen Fällen wurde der korrekte Name in die Geburtsurkunde eingetragen. Wir haben zudem an verschiedenen Stellen rechtliche Beratung in Anspruch genommen, auch hier ist der Konsens: Der alte Name sollte nicht verwendet werden dürfen.

    Wir haben im Anschluss Klage beim Amtsgericht Freiburg eingereicht und hoffen nun, dass wir auf diesem Wege eine korrekte Ausstellung der Geburtsurkunde erreichen können.

    Durch diesen Prozess haben wir viele tolle Menschen kennengelernt und auch einige Freundschaften geschlossen, wir sind nun tiefer in der queeren Community verwurzelt als wir es je waren. Und auch an anderer Stelle haben wir viele positive Erfahrungen gesammelt: Medizinisches Fachpersonal, das stets aufgeschlossen war, Krankenkassenmitarbeiter, die sich informiert und gekümmert haben und allgemein ein tolles, unterstützendes Umfeld.

  • Allein zum ersten Treffen? Ja, unbedingt!

    Warum der erste Schritt oft der schwerste ist und warum er sich trotzdem lohnt.

    Der erste Kontakt kostet oft Überwindung

    Viele Menschen, die nach Austausch mit anderen Regenbogenfamilien suchen, kennen zunächst niemanden vor Ort.
    Vielleicht seid ihr gerade in der Kinderwunschphase. Vielleicht habt ihr bereits Kinder. Vielleicht seid ihr neu in der Region oder habt bisher keine andere Regenbogenfamilie kennengelernt.
    Der Gedanke, zum ersten Mal an einem Treffen teilzunehmen, kann deshalb etwas Unsicherheit auslösen.
    – Das ist völlig normal.

    Warum der Austausch so wertvoll sein kann

    Regenbogenfamilien haben oft Erfahrungen, die sich von denen vieler anderer Familien unterscheiden.

    Dabei kann es um ganz unterschiedliche Themen gehen:

    • Kinderwunsch
    • Familiengründung
    • Rechtliche Fragen
    • Coming-Out im Familienumfeld
    • Alltag mit Kindern
    • Schule und Kindergarten
    • Sichtbarkeit als Familie

    Der Austausch mit anderen Familien, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann sehr entlastend sein.

    Ein Safe Space für Familien

    Unser Ziel bei ILSE* Lörrach ist es, einen geschützten Raum für Begegnungen zu schaffen.

    Einen Ort, an dem Familien offen sprechen können.

    Einen Ort, an dem niemand etwas erklären oder rechtfertigen muss.

    Einen Ort, an dem neue Kontakte, Freundschaften und gegenseitige Unterstützung entstehen können.

    Dabei spielt es keine Rolle:

    • ob ihr bereits Kinder habt
    • ob ihr euch noch in der Kinderwunschphase befindet
    • ob ihr alleine oder gemeinsam kommt
    • ob ihr zum ersten Mal Kontakt zu einer Regenbogenfamilien-Gruppe sucht